Direkt zum Inhalt
Eine Person sitzt in einer Yoga-Pose vor einem See. Am Rücken sind zwei BellaBambi Cups platziert Eine Person sitzt in einer Yoga-Pose vor einem See. Am Rücken sind zwei BellaBambi Cups platziert

Fokus im Yoga: Wie Cupping Aufmerksamkeit im Körper verankern kann

author
Miriam Wessels
Diplom-Sportwissenschaftlerin, Osteopathin und körperorientierte Gestalttherapeutin
author https://miriamwessels.de/

Miriam Wessels ist Diplom-Sportwissenschaftlerin, Osteopathin und körperorientierte Gestalttherapeutin. Bewegung liegt in ihrer DNA. Sie ist Ausbilderin für Faszienbeweger und Yogalehrer*innen. Neben ihrer Tätigkeit als Heilpraktikerin und Faszientherapeutin in der FYTT location in Hamburg schreibt sie als Fachbuchautorin über Gesundheits- und Bewegungsthemen.

Yoga verbindet Bewegung, Atem und Bewusstsein. Ohne Fokus werden daraus jedoch oft einfach nur Übungen. Erst durch Aufmerksamkeit entfaltet sich die eigentliche Wirkung einer Yoga-Praxis. Dadurch wird dem Körper die Möglichkeit offeriert loszulassen. Dann kann sich das Nervensystem regulieren und die Wahrnehmung wird feiner. Fokus verbindet Körper und Geist und macht aus einer äußeren Form oder einer Asana eine tatsächliche Erfahrung. Cupping kann dabei unterstützen, Aufmerksamkeit im Körper zu verankern und so die Qualität der Praxis spürbar zu verändern.

Wenn der Fokus fehlt: Warum viele nicht wirklich im Körper ankommen

Viele Praktizierende erleben, dass genau dieser Fokus manchmal schwer zugänglich ist. Der Geist springt zwischen To-dos, Empfindungen und Selbstkritik. Gedanken lösen einander ab, ohne dass sich die Aufmerksamkeit stabil im Körper verankern kann. Bewegungen werden ausgeführt, aber die individuell wichtigen Stellen nicht wirklich gespürt. Sich zu fokussieren wird angestrebt, stellt sich jedoch nicht zuverlässig ein. Ein wesentlicher Einflussfaktor ist dabei der Alltag. Permanente Reize, hohe Anforderungen und mentale Belastung führen dazu, dass sich die Aufmerksamkeit überwiegend nach außen richtet und eine differenzierte Wahrnehmung des eigenen Körpers verloren geht. Feine Empfindungen werden weniger wahrgenommen, manche Areale fühlen sich sogar taub an. Es fehlt oft die körperliche Wahrnehmung, um Fokus überhaupt zu entwickeln. Es entstehen „blinde Flecken“.

Wie Cupping den Fokus im Körper verankern kann

Cupping setzt genau an dem Punkt an, an dem Fokus häufig verloren geht: im fehlenden Bezug zum eigenen Körper. Durch den lokalen Reiz auf dem Körper und damit im Fasziengewebe entsteht ein klarer Wahrnehmungspunkt, der unmittelbar spürbar wird und dem Nervensystem als Orientierung dient. Die Aufmerksamkeit muss dabei nicht aktiv gesteuert werden. Sie richtet sich von selbst auf die Stelle, an der der Reiz gesetzt ist. Es entsteht ein körperlicher Anker, der die Wahrnehmung stabilisiert und den Fokus dorthin lenkt, wo er gebraucht wird. Wo ein Unterdruck im Gewebe gesetzt ist, wird der Körper spürbar. Denn das Nervensystem reagiert auf den anhaltenden, gleichmäßigen Reiz durch Cupping und kann sich zunehmend in Richtung Ruhe und Regulation ausrichten.

In diesem Zustand fällt es leichter, präsent zu sein, ohne sich bewusst konzentrieren zu müssen. Fokus entsteht dadurch dann nicht nur mentale Leistung, sondern als unmittelbare Erfahrung im Körper. Cupping eröffnet damit den Zugang zur Aufmerksamkeit. Anstatt Fokus aktiv herstellen zu wollen, entsteht er aus der physischen Wahrnehmung heraus. Der Körper gibt die Richtung vor, der Fokus folgt. Dabei ist Cupping als ergänzende Methode zu verstehen. Es ersetzt weder Bewegung noch Atemarbeit oder meditative Elemente, sondern kann dabei unterstützen, den Zugang zu diesen Aspekten zu erleichtern.

Fokus über den Körper entwickeln: ein Beispiel aus der Praxis

Cups werden in der Anwendung gezielt auf bestimmte Körperbereiche gesetzt[1]. Die Intensität orientiert sich dabei stets am eigenen Empfinden, nicht an einem festen Maß. Ein besonders direkter Zugang zu Fokus entsteht zum Beispiel über den unteren Rücken.

Die Rückenfaszie ist dicht mit Rezeptoren ausgestattet und liefert dem Nervensystem kontinuierlich Informationen über Körperposition und -aufrichtung. Wird ein klarer Reiz gesetzt, verändert sich die Wahrnehmung unmittelbar. Nimmt man 2 Cups und setzt diese rechts und links der Wirbelsäule auf, kann die Aufmerksamkeit in jeder Yogaposition direkt auf und zwischen diese Punkte gelenkt werden, um dort mehr Mobilität entstehen lassen zu können.

Die Möglichkeit, fokussiert an diese Körperstelle mehr Beweglichkeit entstehen zu lassen, wird direkt aus dem Körper gemeldet. Was zuvor abstrakt war, wird konkret erfahrbar. So wird Cupping zu einem einfachen, aber wirkungsvollen Anker für Aufmerksamkeit und mehr Bewegung.


[1] Anwendung ausschließlich auf intakter Haut; sensible oder entzündete Bereiche aussparen; bei Unklarheit vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen. Weitere Hinweise zur sicheren Anwendung: https://www.bellabambi.de/pages/yoga

Mehr aus dem BellaBambi® Journal

>> BellaBambi® Journal

Schwangerschaft begleiten mit BellaBambi® Cups

Schwangerschaft bedeutet Veränderung – körperlich, emotional und oft auch mental. Genau deshalb habe ich gemeinsam mit meiner Kollegin Beate das Seminar „Schwanger in Balance mit BellaBambi® Cups“ entwickelt. Unser Ziel war es, Hebammen und Fachkräften ein ganzheitliches Konzept an die Hand zu geben, mit dem sie Schwangere achtsam begleiten können – von der Schwangerschaft bis ins Wochenbett.Im Mittelpunkt stehen die sanften Möglichkeiten der BellaBambi® Cups: zur Entspannung von Kiefer, Nacken und Beckenboden, zur Unterstützung hormoneller Veränderungen und zur Förderung von Körperwahrnehmung und Regeneration. Besonders wichtig ist mir dabei die Verbindung zwischen Kiefer und Beckenboden – zwei Bereiche, die eng miteinander verbunden sind und sich gegenseitig beeinflussen.

Cupping-Physiotherapie

Gabriele Kiesling, Physiotherapie-Expertin und Inhaberin des Deutschen Instituts für Qualität in der Physiotherapie (diqp), beschreibt Ihren Cupping-Ansatz, der sich für Laien wie professionelle Anwender*innen gleichermaßen eignet.

Regeneration auf Tour: Warum Cupping beim Wandern ein echter Gamechanger ist

Cupping ist eine praktische Ergänzung für jede Wandertour: leicht, flexibel einsetzbar und ideal für kleine Regenerationsmomente unterwegs. Hier erfährst du, warum die Silikon-Cups in keinem Rucksack fehlen sollten.

Cupping im Wintersport: So unterstützt Schröpfen deine Regeneration in Skisaison und Loipe

Wintersport ist für viele ein Highlight des Jahres – und eine echte Herausforderung für den Körper. Egal ob Skifahren...

Dehnung im Yoga: Cupping bringt das Gewebe wieder in Bewegung

Dehnung im Yoga bedeutet nicht nur, tiefer in eine Position zu kommen. Die eigentliche Veränderung passiert im Gewebe. Faszien speichern Spannung, verlieren ohne regelmäßige Bewegung an Elastizität und beeinflussen so, wie frei sich dein Körper anfühlt. Genau hier kann Cupping unterstützen: Durch den sanften Unterdruck wird das Gewebe angehoben, Flüssigkeit kommt wieder in Bewegung und Spannungen können sich leichter lösen. Besonders in Vorbeugen oder seitlichen Dehnungen entsteht dadurch oft mehr Leichtigkeit, ohne dass du aktiv mehr Druck aufbauen musst. Nicht Intensität verändert den Körper, sondern die Qualität der Bewegung im Gewebe.

Atmung im Yoga: Wenn der Atem durch Cupping im Körper wieder Raum findet

Der Atem zeigt sich im Körper und reagiert unmittelbar auf Haltung, Spannung und innere Zustände. Wird der Brustkorb enger, verliert auch die Atmung an Raum und Tiefe – viele Menschen atmen flach, unregelmäßig oder nur im oberen Brustraum. Dauerhafte Anspannung, sitzende Tätigkeiten und Verspannungen im Rücken, Brustkorb oder Schulter-Nacken-Bereich schränken die Beweglichkeit der Rippen ein und erschweren eine freie Atmung.Cupping kann hier gezielt unterstützen: Durch den Reiz auf Haut, Faszien und Muskulatur wird das Gewebe mobilisiert, Spannungen können sich lösen und der Brustkorb gewinnt an Beweglichkeit. Die Atmung wird freier, tiefer und bewusster spürbar. Besonders entlang der Rippen, im Bereich des Zwerchfells und des Brustbeins eingesetzt, hilft Cupping dabei, den Atemraum zu öffnen und die Wahrnehmung für die eigene Atmung zu stärken. So entsteht ein natürlicher Zugang zur Atmung – nicht durch bewusstes Steuern, sondern durch unmittelbares Spüren.
Back to top